Startseite

Förderverein Aktion Jemenhilfe e.V.

Jemen-Kinderhilfe Aichach e.V.

Datenschutzerklärung


P R E S S E - S P I E G E L

Aichacher Zeitung vom 16.01.2013


Aichacherin am Tisch des Bundespräsidenten
Aichach/Berlin (beh) Zum Hauptgang gab es „Königliche Klöpse auf Kalbsfilet". Das war beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Joachim Gauck aber auch das einzig Monarchische. Der oberste Mann im Staate sei nämlich ausgesprochen offen, unkompliziert und sympathisch - sagt Aenne Rappel, und sie muss es wissen.
Die Vorsitzende der Aichacher Jemenhilfe gehörte zu den rund 60 Bürgern, die als Dank für ihr ehrenamtliches und soziales Engagement ins Schloss Bellevue eingeladen waren - Anreise und Übernachtung inklusive.
Denn so einfach geht man nicht zum Empfang des Bundespräsidenten. Am Vorabend gibt es eine Generalprobe mit Mitarbeitern des Bundespräsidialamtes, die Aenne Rappel schon einen Vorgeschmack auf ihren Chef gaben: „Das waren alles ausgesprochen freundliche und sympathische Menschen. Die beiden Tage liefen insgesamt in einer sehr angenehmen und überhaupt nicht steifen Atmosphäre ab."
Ganz ohne Protokoll geht es denn aber nicht: So ist vorgeschrieben, wann man bei der Begrüßung vorzugehen hat, dass man in diesem Fall dem Mann zuerst die Hand gibt, und dass der Gast sich dann zwischen den Bundespräsidenten und die First Lady Daniela Schadt für ein Foto zu stellen hat. Für Gespräche bleibt da natürlich keine Zeit.
Die können die Gäste dann beim Essen nachholen. Kurz bevor man zu Tisch ging, übergab einer der Mitarbeiter Aenne Rappel ein Kärtchen, auf dem zu Tisch 1 gebeten wurde - zum Tisch des Präsidenten.
Der interessierte sich nämlich besonders für das Jemen-Projekt und ließ sich von Aenne Rappel, wie von den anderen Gästen an seinem Tisch, über ihre Projekte und Tätigkeiten informieren.
Auch am Tisch erlebte die Aichacherin Gauck als einen interessierten und unkomplizierten Menschen, der sie genauso wie Daniela Schadt durch Offenheit und Herzlichkeit für sich einnahm.
Den Weg nach Berlin verdankt die Jemenhilfe-Vorsitzende im Übrigen dem Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordenten Günter Gloser, der sich ebenfalls im Jemen engagiert und das Land sogar im vergangenen Jahr, als es wegen Unruhen weltweit Schlagzeilen machte, zweimal bereiste.
Aenne Rappel nutzte die Gelegenheit in Berlin natürlich auch, um für ihr Projekt um Unterstützung zu werben. So sprach sie unter anderem mit Außenminister Guido Westerwelle, der ihr Unterstützung zusagte.
Die kann die Jemenhilfe auch dringend brauchen. Während die Kosten, nicht zuletzt durch jene Studenten aus dem Dorf Al Mihlaf, die man unterstützt, nach oben gehen, sinkt die Spendenbreitschaft seit Jahren.
Weitere Informationen über die Aichacher Jemenhilfe im Internet unter www.aktion-jemenhilfe.de; Spenden-Konto: Volksbank Raiffeisenbank Aichach, BLZ 720 900 00, Konto-Nr. 5582105.


Aichacher Zeitung vom 6.12.2012

Spenden für die Aichacher Jemenhilfe reichen nicht
Aichach - Bei Aenne Rappel kommt keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Die Vorsitzende der Jemenhilfe hat Sorgen. Denn zu gering war heuer die Spendenbereitschaft.
1700 Euro braucht die Hilfsorganisation monatlich für das Hospital, weitere 1000 Euro für das Kinderheim. Macht zusammen gut 32 000 Euro im Jahr. Eingegangen sind bisher rund 8000 Euro. „Die Menschen sind misstrauisch", berichtet Aenne Rappel. Mal abgesehen von diesen Zeitgenossen, die sie beschimpfen, von wegen sie würde „Terroristen" helfen, gibt es immer wieder welche, die glauben, die Spenden kämen nicht vor Ort an. Dabei sind gerade die Aichacher Jemenhilfe und die Jemen Kinderhilfe Organisationen, bei der sich die Vorsitzende Aenne Rappel persönlich um jedes Detail bemüht. Ohne Rücksicht auf ihr Alter - sie sieht zwar nicht so aus, ist aber schon 77 Jahre - reist sie Mitte Januar wieder für drei Monate in das gefährliche Land.
„Ich habe so begabte Abiturienten", erzählt sie. Einer etwa habe einmal gesagt, er habe nichts, womit er sich für all die Hilfe bei ihr bedanken könne - außer, dass er fleißig lerne. „Er spricht inzwischen gut deutsch, ohne zu wissen, ob er jemals nach Deutschland kommen wird", so die Vorsitzende. Einser-Schnitte haben sie, „ihre Buben", und nun können sie nicht studieren, weil das Geld fehlt. Zwei möchten Ärzte werden, einer sogar Neurochirurg. Einer studiert Pharmazie im dritten Semester, doch seine Uni hat geschlossen. Ein vierter Abiturient möchte Laborant werden. Im kommenden Jahr ist dann Hadija so weit, die junge Frau, die so dringend behandelt werden muss, damit sie Prothesen tragen kann und aus dem Rollstuhl heraus kommt. Stipendien für Auslandsstudien könnten sie bekommen, doch nur je 500 Dollar im Monat. Das ist zu wenig, um damit etwa in München existieren zu können, sagt Aenne Rappel.
Überall geht sie mit ihrem Jemen-Kalender hausieren, doch der Absatz läuft schleppend. Dabei ist mit den sechs Euro, die ein Exemplar kostet, sogar noch ein Gewinnspiel verknüpft. „Ich bin so was von verzweifelt", sagt Aenne Rappel. Eine Million Kinder sterben heuer im Jemen, fünf Millionen hungern. 44 Prozent der Haushalte können keine Lebensmittel kaufen oder selbst anbauen. „Sie kratzen die Rinde von den Bäumen", hat die Oberbernbacherin von einem Helfer vor Ort erfahren. „Ich weiß, auch bei uns gibt es Hilfsbedürftige. Aber verhungern muss in Deutschland niemand", sagt Aenne Rappel Leuten, die meinen, man sollte sich erst mal um die eigene Nation kümmern. Denn die Lage in dem gebeutelten vorderasiatischen Land wird immer schlimmer. Der Mob zündete beispielsweise so viele Autos an, dass der Müll nicht mehr eingesammelt werden kann. Er stapelt sich auf den Straßen, stinkt in der Hitze, die Menschen werden krank.
Das Auswärtige Amt warnt immer noch vor Reisen in den Jemen. Die Lage sei weiterhin unübersichtlich, es bestünden erhebliche Risiken wegen innerer Konflikte, Stammesauseinandersetzungen und terroristischer Anschläge, die in einzelnen Landesteilen aber auch in der Hauptstadt Sanaa auftreten könnten, heißt es. Zudem bestehe im ganzen Jemen die Gefahr, Opfer einer Entführung zu werden. Deutsche waren davon schon mehrfach betroffen.
Doch das hält Aenne Rappel nicht ab, vom 15. Januar bis 1. April vor Ort nach dem Rechten zu sehen. Selbstverständlich auf eigene Kosten. „Ich lebe vom Eingemachten. Wenn ich mal Geld für Pflege brauche, sieht es schlecht aus", berichtet sie. „Hoffentlich geht es mal wie bei meinem Vater. Schlaganfall - und nach 15 Minuten war er tot." Sie hat im Jemen beispielsweise Termine in der Botschaft und mit etwaigen Kooperationspartnern hinsichtlich des Baus einer Solaranlage auf dem Dach des Hospitals, damit man kein Geld mehr für Diesel ausgeben muss. Wesentlich leichteren Herzens würde sie reisen, wenn sie wüsste, dass doch noch ein paar Leute die Spendenbeutel geöffnet haben. Leute, die vielleicht denken, dass nicht alle im Jemen Terroristen sind, und dass jemand, dem man hilft, wohl weniger Ambitionen hat, sich an der reichen Christenheit zu „rächen", als ein verbitterter, einsamer, ungebildeter Slumbewohner.
Spenden kann man bei der Volksbank Raiffeisenbank Aichach, BLZ 720 900 00, Kontonummer 558 21 05 oder Stadtsparkasse Aichach, BLZ 720 512 10, Kontonummer 560 191 645.
Von Monika Glas

Weitere Artikel

home


Weiterer Bericht