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Förderverein Aktion Jemenhilfe e.V.

Jemen-Kinderhilfe Aichach e.V.

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P R E S S E - S P I E G E L

Quelle: Aichacher Nachrichten vom 17. Oktober 2015
Krieg: Jemenhilfe sagt Feier ab

Die Jemenhilfe Aichach hat in den vergangenen Jahren viele Projekte unterstützt, wie hier einen Brunnenbau in Al Mihlaf.
Foto: Aenne Rappel
Der Förderverein Aktion Jemenhilfe hat alles abgesagt. Zum 15-jährigen Bestehen des Aichacher Vereins war in diesem Herbst ursprünglich eine Jubiläumsfeier geplant. Doch daraus wird nichts. Die Vereinsvorsitzende Aenne Rappel erklärt: „So lange im Jemen Menschen sterben, können wir hier nicht feiern."
Der Verein hätte gute Gründe, stolz auf das bisher Geleistete zu sein. Die Jemenhilfe hat dafür gesorgt, dass in Al Mihlaf im Jemen ein Krankenhaus errichtet werden konnte. Außerdem haben etwa 20 jemenitische Kinder dank der Jemenhilfe ein Dach über dem Kopf und Verpflegung. Sie konnten bislang auch zur Schule gehen oder studieren.

Doch an die Schule denken in diesen Tagen im Jemen nur noch wenige Kinder. Seit etwa eine halben Jahr tobt hier ein Krieg, der immer unübersichtlicher wird. Die Kinder, die von der Jemenhilfe betreut werden, sitzen in der Stadt Taizz fest. Das hat Aenne Rappel in Telefonaten erfahren. „Wir sind hier eingekesselt", hieß es da. Zuletzt hörte Aenne Rappel, dass fast alle Kinder krank gewesen seien. Gestank, Schmutz und Fliegen überziehen die Stadt. Leichen unter den Trümmern tun das Übrige. Es gibt kein Gas mehr in der Stadt. Die Kinder haben sich aus Trümmern einen Ofen im Hof des Hauses gebaut. Der wird mit selbst gesammeltem Holz befeuert, damit gekocht werden kann. Sobald das Stromnetz eine Weile funktioniert, versuchen alle, ihre Handys und Laptops aufzuladen.
Lebensmittel gibt es so gut wie gar nicht mehr in Taizz. Einige Männer schlagen sich offenbar durch und besorgen Kartoffeln und Gemüse aus einem kleinen Dorf. Das lassen sie sich freilich teuer bezahlen. Aenne Rappel vermutet, das Al-Qaida und IS die Schulen und Universitäten zerstören und alles andere, das im Jemen einst mit ausländischer Hilfe entstanden war.
Aenne Rappels Wohnung in Taizz ist bei Bombenangriffen zerstört worden
Im Krankenhaus in Al Mihlaf läuft der Betrieb aber weiterhin reibungslos. Wie Aenne Rappel erzählt, sind Ärzte und ein Laborant vor Ort. Die Medikamente könnten allerdings bald aber knapp werden. Den Angestellten müsse nun etwas mehr Lohn gezahlt werden.
Aenne Rappels Wohnung in der Stadt Taizz ist bei Bombenangriffen zerstört worden. Es ist nicht daran zu denken, in den Jemen zu reisen und die Kinder können im Moment die Stadt nicht verlassen. Nur einer, der Medizinstudent Arafat, hat sich offenbar durchgeschlagen und nimmt gemeinsam mit einigen Kommilitonen Privatunterricht bei einem Professor. Er will einen Abschluss schaffen, selbst wenn die Universitäten geschlossen sind.
Aenne Rappel hat Angst um die Kinder. „Ich hoffe, dass sie überleben." Zusammen mit anderen Fördervereinen hat sie jetzt eine Petition verfasst. Darin fordert sie das Auswärtige Amt und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf, sich für einen dauerhaften Waffenstillstand im Jemen einzusetzen, eine politische Lösung für das Land zu finden und die Infrastruktur unter der Leitung der Vereinten Nationen wieder aufzubauen. Die Online-Petition ist im Internet unter www.jemenhilfe-deutschland.de zu finden.
Außerdem sammelt der Verein weiter fleißig Spenden. „Wir brauchen Geld", sagt Aenne Rappel angesichts der steigenden Preise im Kriegsgebiet. Das Adventskalender-Gewinnspiel beginnt auch in Kürze.
Aktion Jemenhilfe, Volksbank Raiffeisenbank Aichach, Bankleitzahl BLZ 720 900 00, Kontonummer 5582105.

©& Deutschland unterstützt das Krankenhaus Al-Mikhlaf in Taiz
mit einer Solaranlage


Am 03.07.2013 hat Botschafter Holger Green mit dem Generalmanager des gemeinnützigen Krankenhauses Al-Mikhlaf in Taiz, Scheich Sadiq al-Sufi, einen Vertrag zum ersten Kleinstprojekt der Botschaft im Jahr 2013 in Höhe von 10 000 € unterzeichnet. Ziel ist es, das einzige Krankenhaus in der Ortschaft al-Mikhlaf über eine eigene Solaranlage mit Strom zu versorgen.

Das Krankenhaus Al-Mikhlaf liegt in einer der ärmsten Regionen des Jemens auf ca 2000 m Höhe, ca 35 km nordwestlich von der Provinzhauptstadt Taiz. Es gibt weder eine befestigte Straße nach Al-Mikhlaf noch fließendes Wasser oder Strom. Das Einzugsgebiet des Krankenhauses umfasst ca 12,000 Familien, die weit verstreut angesiedelt sind. Durch Versorgung des Krankenhauses mit Strom wird z.B. die Kühlkette der Medikamente gewährleistet. Auch wäre es möglich, mit Hilfe von LED-Lampen, die im Krankenhaus tagsüber aufgeladen werden könnten, Licht in die Häuser von Al-Mikhlaf zu bringen. Derzeit benützen die Bewohner Kerosinlampen. Für das Aufladen der Leuchten könnte ein minimaler Preis gezahlt werden. Dadurch könnte ein Arbeitsplatz geschaffen werden - vorzugsweise für eine der Frauen, deren Mann von der Not getrieben auf dem Weg nach Saudi Arabien verschollen ist .
Das Krankenhaus wurde von den Männern des Dorfes in der Zeit vom 11.11.1998 bis 01.12.2000 erbaut und vom deutschen Förderverein Aktion Jemenhilfe e.V. finanziert.

Aus ihrem Haushaltstitel „Kleinstprojekte" fördert die Deutsche Botschaft jährlich die Anstrengungen von NGOs, Schulen, Dorfgemeinschaften und anderen, die sich für bedürftige und benachteiligte Bevölkerungsgruppen einsetzen. Phantasie und persönlicher Einsatz sind gefragt. Für Deutschland sind die Kleinstprojekte, die zur Erweckung der Wirtschaft des ärmsten Landes in der Arabischen Halbinsel Jemen einen Beitrag leisten, kein Tropfen auf den heißen Stein.


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